Jobangebote: Zwischen 2 Jobs entscheiden Teil 2

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Tipps, um eine Entscheidung zu treffen

  •  Setzen Sie sich ein Zeitlimit.

Nehmen Sie sich für eine so wichtige Entscheidung wie die Jobwahl ausreichend Zeit. Jedoch sollten Sie Ihre Bedenkzeit von Anfang an limitieren. Nutzen Sie diesen Zeitraum, um Informationen über beide Jobs zu sammeln. Doch dann sollten Sie eine Entscheidung treffen, denn ab einem gewissen Punkt bringen auch weitere Informationen keine neuen Erkenntnisse mehr und verzögern Ihre Entscheidung unnötig.[…]

  • Nutzen Sie Ihre Intuition.

Auch wenn die oft als "Bauchgefühl" beschriebene Intuition etwas in Verruf gekommen ist, sollten Sie sie für Ihre Entscheidungen nutzen. Dabei verlassen Sie sich keineswegs nur auf Ihre Emotionen, sondern nutzen – unbewusst – auch Ihre umfangreiche Erfahrung und Informationen, die Sie bewusst vielleicht gar nicht abrufen können. So fand etwa die Psychologin Sian Leah Beilock von der Universität Chicago heraus, dass Profi-Golfspieler am besten spielen, wenn sie keine Zeit haben, über ihren Schlag nachzudenken. Nur bei Anfängern ist es umgekehrt.

  • Schreiben Sie eine Prioritätenliste.

Oftmals kann es helfen, beide Optionen unter bestimmten Gesichtspunkten zu vergleichen. Was bietet mir Job A und was Job B? Hier sollten Kriterien wie Gehalt, Aufstiegschancen, Möglichkeiten im Ausland zu arbeiten und ähnliche, einbezogen werden.

  • Holen Sie das Feedback anderer ein.

Idealerweise besprechen Sie wichtige Entscheidungen mit Menschen, auf deren Meinung Sie Wert legen und die Ihre Argumente kritisch hinterfragen. Auch wenn beispielsweise Ihre Eltern nicht viel zu dem Berufsbild eines Social Media Managers sagen können, so kennen diese Sie als Person. Bei der Jobwahl geht es schließlich nicht nur um objektive Kriterien, sondern auch um die eigene Persönlichkeit und ob der Beruf dazu passt.

Methoden zur Entscheidungsfindung

Vielen Menschen hilft es, sich bei einer wichtigen Entscheidung alle wichtigen Informationen aufzuschreiben. Folgende Methoden bringen Systematik in Ihren Entscheidungsprozess:

Das Entscheidungskreuz

  • Teilen Sie hierfür ein DIN-A4-Blatt in vier gleich große Quadranten ein.
  • In den Quadranten oben links tragen Sie alle Pro-Argumente ein.
  • In den Quadranten oben rechts tragen Sie alle Kontra-Argumente ein.
  • Unten links notieren Sie alle Unklarheiten und offenen Fragen. Oftmals fehlen einem Informationen, wenn man Schwierigkeiten hat, eine Entscheidung zu treffen.
  • Unten rechts notieren Sie sich, was Sie tun müssten, um die nötigen Informationen zu beschaffen.

Diese Methode ist im Grunde eine erweitere Pro- und Kontraliste.

Die einfache Entscheidungsanalyse

  • Listen Sie für diese Methode alle Kriterien auf, die Ihnen bei der Jobwahl wichtig sind, bespieilsweise Gehalt, berufliche Veränderung, Führungsposition, vielfältiger Aufgabenbereich, flache Hierarchien und so weiter. Welche Kriterien Sie in Ihre Entscheidung einfließen lassen, können Sie dabei selbst entscheiden.
  • Nun vergleichen Sie Job A mit Job B unter diesen Kriterien. Jedes Kriterium erhält Punkte auf einer Skala von 1 bis 5. Dabei ist 5 der bestmögliche Wert.
  • Am Ende addieren Sie die Punkte der Kriterien und sehen auf diese Weise, welche Option die "bessere" ist.

Hier ein Beispiel:

Kriterien

Jobangebot A

Jobangebot B

Gehalt

3 Punkte

4 Punkte

Anfahrtsweg

2 Punkte

4 Punkte

Arbeitsumfeld

5 Punkte

3 Punkte

ERGEBNIS

10 Punkte

11 Punkte

 

Die gewichtete Entscheidungsanalyse

  • Auch für diese Methode vergleichen Sie die von Ihnen gewählten Kriterien. Allerdings vergeben Sie auch eine Gewichtung von 1 bis 5. Beispielsweise ist Ihnen ein gutes Arbeitsumfeld besonders wichtig. Damit erhält das Kriterium Arbeitsumfeld eine Gewichtung von 5. Gehalt ist Ihnen weniger wichtig und erhält eine Gewichtung von 3. Durch die Gewichtung kommt Ihren persönlichen Präferenzen eine größere Bedeutung zu.
  • Nun vergeben Sie abermals für jedes Kriterium Punkte auf einer Skala von 1 bis 5, wobei 5 der beste Wert ist. In einem zweiten Schritt multiplizieren Sie diese Punkte jedoch mit Ihrer Gewichtung.

Hier ein Beispiel:

Kriterien

Jobangebot A

Jobangebot B

Gehalt

3 Punkte x 3 (Gewichtung)

4 Punkte x 3

Anfahrtsweg

2 Punkte x 2

4 Punkte x 2

Arbeitsumfeld

5 Punkte x 5

3 Punkte x 5

ERGEBNIS

38 Punkte

35 Punkte

 

Das 10-10-10 Modell

Von Suzy Welch (das ist die Frau des Ex-General-Electric-Bosses Jack Welch) stammt das sogenannte 10-10-10-Modell, mit dem sich Entscheidungen relativ simpel und schnell treffen lassen. Dazu rät sie zunächst alle wesentlichen Informationen zum Entscheidungsproblem zu recherchieren und zu sammeln, jedoch unter folgenden Prämissen:

  • Welche Auswirkungen hat meine Entscheidung in 10 Tagen?
  • Welche Auswirkungen hat sie in 10 Monaten?
  • Welche Auswirkungen hat sie in 10 Jahren?

Klingt trivial. Ist es auch. Jedoch hilft ein solcher Auswahlprozess den Blick in Richtung Zukunft und den langfristigen Auswirkungen der Wahl zu schärfen.

Entscheidung treffen und Konsequenzen ziehen

Sobald Sie Ihre Wahl getroffen haben, sollten Sie das auch dokumentieren und kommunizieren. Schon aus Fairnessgründen. Teilen Sie so rasch wie möglich den anderen Unternehmen mit, dass Sie sich leider gegen sie entschieden haben. Gründe müssen Sie nicht nennen, Sie bedanken sich aber nochmals und bitten um Verständnis.

Und zeigen Sie auch in Ihren Online-Profilen, dass Sie nicht mehr auf dem Markt sind. Das ist zugleich ein gutes Signal an den neuen Arbeitgeber: Ja, Sie sich Bedenkzeit erbeten, aber nun stehen Sie auch voll hinter dem Job und freuen sich darauf.

 

Quelle: xing-news

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