Innovation braucht den Input unterschiedlicher Köpfe

Teamarbeit im Büro – Innovationstreiber oder überschätztes Mittel?

Unternehmen setzen immer wieder auf Teamarbeit – auch in der Ideenfindung. Doch wie kreativ können Gruppen sein? Kritiker weisen darauf hin, dass Einsamkeit und Ruhe unabdingbar sind.

Innovation braucht den Input unterschiedlicher Köpfe

  • Die Arbeit in einem Team macht – zugegeben – nicht immer nur Spaß
  • Effektive Teams bieten allerdings kreative und organisatorische Chancen
  • Um zu innovieren, sollten Unternehmen auf multidisziplinäre Teams setzen

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, sind Unternehmen immer stärker gefordert zu handeln und zu innovieren. Der Haken an der Sache: Gute Ideen fliegen uns in der Regel nicht einfach zu. Daher sollten Unternehmen nicht nur auf einen findigen Geist, sondern auf Teams setzen, deren Mitglieder aus verschiedenen Bereichen kommen und unterschiedliche Erfahrungen mitbringen. Die Arbeit in multidisziplinären Teams ist gerade in Sachen Innovation maßgeblich. Doch es gibt auch noch andere Gründe, warum es sich lohnt, auf Teamarbeit zu setzen – und zwar organisatorische sowie persönliche.

Das fängt schon damit an, möglichst früh Feedback zu erhalten. Denn Hand aufs Herz: Wann haben Sie sich zuletzt in eine Idee verrannt? Allein zu arbeiten macht es wesentlich schwieriger, frühzeitig und kontinuierlich Feedback auf die eigenen Ideen zu bekommen; die Qualität des Outputs wird dadurch oft verringert. Um einen produktiven Zustand zu erreichen, ist ein enger Rückkopplungszyklus essenziell! Denn je früher Sie Feedback erhalten, desto weniger wahrscheinlich verschwenden Sie wertvolle Zeit damit, den falschen Weg zu gehen, beziehungsweise desto früher erkennen Sie, wie Sie Ihren Kurs korrigieren können.

Fällt der zuständige Mitarbeiter aus, liegt das Ein-Mann-Projekt auf Eis

Allein zu arbeiten reduziert zudem die Möglichkeit zu lernen. Ganz einfach deshalb, weil es weniger Personen gibt, mit denen Sie Ihre Ideen besprechen könnten. Und nicht nur das: Durch verschiedene Projekterfahrungen erweitern wir auch unser Wissen und haben unterschiedliche Perspektiven, die wir dann teilen und einfließen lassen können.

Oder denken Sie an einen Krankheitsfall in Ihrer Firma: Der zuständige Mitarbeiter fällt längerfristig aus, das Projekt muss daher für unbestimmte Zeit auf Eis gelegt werden. Auch hier zahlt sich Teamarbeit aus, denn sie erhöht den sogenannten Busfaktor für ein Projekt. Der Busfaktor bezieht sich auf die Anzahl der Personen in einem Team, die von einem Bus erfasst werden könnten – sprich krank werden oder das Unternehmen verlassen könnten –, noch bevor ein Projekt zum Ende kommt. Ein höherer Busfaktor reduziert das Risiko in einem Projekt. Je höher der Busfaktor, desto mehr sind die Teammitglieder auch gezwungen, ihr Wissen zu teilen und so aufzubereiten, dass im Bedarfsfall jemand anderer an ihrer Stelle weiterarbeiten könnte.

Ein weiterer Vorteil: Die Arbeit in einem Team erhöht die eigene Gewissenhaftigkeit. Wer nur sich selbst gegenüber die Verantwortung trägt, neigt häufiger dazu, Dinge auf die lange Bank zu schieben. Arbeiten Sie hingegen mit Leuten zusammen, die Sie respektieren und nicht enttäuschen wollen, steigt der soziale Druck stark an – und damit auch die Motivation, gemeinsam erfolgreich zu sein.

Gemeinsame Erfolge und Niederlagen steigern den Zusammenhalt

Generell haben Projekte oft den Hang dazu, hinter dem Zeitplan zu liegen. Langsam, aber sicher baut sich eine lange Schlange an To-dos auf – so wie im Supermarkt, wenn nur eine Kasse geöffnet ist und ein Kunde dann für ein Problem sorgt. Solange die Situation nicht bereinigt wurde, kommt alles zum Stillstand. Genau das passiert auch bei Ein-Mann-Projekten. Sobald mindestens eine weitere Person involviert ist, wird es jedoch immer noch eine Vorwärtsdynamik geben.

Auch die Tiefen eines Projekts sind viel demoralisierender, wenn Sie allein arbeiten. Leerläufe, die Sie bekämpfen, monotone Arbeit, die Sie machen müssen, und Schwierigkeiten, die scheinbar jeglicher Logik trotzen, sind erträglicher, wenn es jemanden gibt, mit dem Sie den Schmerz teilen können. Das Gleiche gilt natürlich auch für die Höhen eines Projekts: Das Feiern eines Meilensteins mit Teamkollegen ist ein guter Weg, um die eigene Moral zu stärken. Mit wem können Sie High five abklatschen, wenn Sie allein arbeiten?

All dies bedeutet jedoch nicht, dass die Arbeit in einem Team einfach ist. Jeder hat wahrscheinlich bereits die Erfahrung gemacht, dass es nicht nur Spaß bringt, sondern sich manches Mal eher wie Zähneziehen anfühlt. Aber angesichts der oben genannten Chancen sollten wir doch überlegen, ob es nicht das Risiko wert ist und wir uns einfach darin üben sollten, effektive Teams zusammenzustellen.

Quelle: www.xing.com

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